10 000 Euro für Ideenwettbewerb

 – Stiftung ermöglichte bereits rund 100 Projekte –

Von Uwe Goerlich

Billerbeck. Seit die Bürgerstiftung vor genau zehn Jahren aus der Taufe gehoben worden ist, hat sie rund 100 Projekte zum Wohl der Bürger mit ermöglicht. Sie unterstützte in Not geratene Personen und Familien und sprang ein, wenn es Finanzierungslücken für Kulturprojekte oder Kindertagesstätten- und Schulveranstaltungen gab. „Darauf wollten wir eigentlich in diesem Monat im feierlichen Rahmen mit den Bürgern zurückblicken“, so Günter Idelmann, der seit Beginn Vorstandsvorsitzender ist. Die Einladungskarten waren schon gedruckt, als das Corona-Virus die Feier platzen ließ – nicht aber einen Ideen-Wettbewerb anlässlich des Zehnjährigen.

Insgesamt 10 000 Euro sind bei dieser Aktion zu gewinnen. Ab sofort können Bewerber ihr Projekt einreichen, mit dem sie in den Genuss von 1000 Euro kommen können, die zehn Mal an die förderungswürdigsten Antragsteller vergeben werden. Der Ideenwettbewerb läuft bis Mitte Juni. Im Interview mit unserer Zeitung (weiterer Beitrag auf dieser Seite) erklärt der Gründungsvorsitzende der Stiftung die Einzelheiten zum 10 000-Euro-Wettbewerb.

Die Bürgerstiftung hat sich auf die Fahnen geschrieben, nicht nur das soziale und kulturelle Leben in der Domstadt breitgefächert zu fördern, sondern auch Projekte des Umwelt- und Naturschutzes. Das Geld dafür sollte aus Zinserträgen kommen, die das eingebrachte Stiftungskapital bringt, das zahlreiche Bürger und die örtlichen Geldinstitute aufgebracht haben. Wesentlich beigetragen hat dazu auch   das Billerbecker Blasorchester mit Einnahmen aus von ihm organisierten BigBand-Konzerten. Weitere ertragreiche Veranstaltungen zugunsten des guten Zwecks folgten, so dass inzwischen rund 155 000 Euro im Grundstockvermögen sind.

So weit, so gut möchte man meinen. Doch leider machte den Bürgerstiftungen landauf landab der eingebrochene Kapitalmarkt einen dicken Strich durch die Rechnung, da sich die Kapitalzinserträge seit Jahren auf niedrigstem Niveau bewegen. Und da das Stiftungskapital selber für Projekte nicht angerührt werden darf, entwickelten Vorstand (sechs Personen) und Stiftungsrat (13) alternative Finanzierungsmodelle, um projektbezogene Förderungen zu ermöglichen. „Eine wesentliche Einnahmequelle ist dabei der  Adventskalender, den wir dank großzügiger Unterstützung der Geschäftswelt alljährlich gut verkaufen können“, so Idelmann.

Weitere Finanzierungsquellen sind – ebenfalls jährlich stattfindend – der Bürgerbrunch und das Wintermahl. „Ganz erheblich tragen zur Finanzierung von förderwürdigen Projekten auch Geschäftsleute und Bürger mit ihren Spenden bei, die entsprechend des Stiftungszwecks an die entsprechenden Antragsteller weitergegeben werden“, ergänzt Heiner Schwaaf, der Vorsitzender des Stiftungsrats (dem „Aufsichtsrat“ der Bürgerstiftung) ist.

An maßgeblichen Fördermaßnahmen, an denen die Bürgerstiftung in den letzten Jahren  federführend  oder begleitend involviert  war,  seien  hier beispielsweise der Bau des Kunstrasenplatzes, die digitale Kinotechnik, die Obstbaumallee Hamern sowie zahlreiche Kindertagesstätten-, Schul- und Sportprojekte genannt. Erwähnt werden soll hier auch das Friedhofsprojekt, für das insbesondere Mittel der Martha-und-Willi-Brune-Stiftung unter dem Dach der Bürgerstiftung verwendet wurden.

Dass die Billerbecker einen guten Job machen, haben sie mit Top-Rankings von neutraler Stelle, nämlich der bundesweit agierenden Stiftung Aktive Bürgerschaft, wiederholt bestätigt bekommen, jüngst noch  im Herbst letzten Jahres.

Bei der Verleihung der Stiftungsurkunde im Mai 2010 sagte der damals amtierende Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek: „Bürger werden in Bereichen wie Bildung und Erziehung, Jugend- und Altenhilfe, Kultur, Denkmalpflege oder Naturschutz profitieren.“ Er sollte Recht behalten.

Nun sind die Verantwortlichen der Bürgerstiftung gespannt auf die Projektideen im Rahmen des 10 000-Euro-Wettbewerbs. Und was wird nun aus der Feier zum Zehnjährigen? Dazu Dr. Alfred Knierim, stellvertretender Vorstandsvorsitzender: „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“ Sobald es die misslichen Corona-Umstände wieder zulassen, werde ein  neuer Termin für die Feier festgelegt.

Bildzeile:

Blicken als Vorstand auf eine erfolgreiche Arbeit zum Wohl der Bürger zurück und freuen sich auf zahlreiche Förderanträge im Rahmen des Ideenwettbewerbs der Bürgerstiftung (v.l.): Marion Dittrich, Günter Idelmann (Vorsitzender), Manuela Kuttenkeuler, Dr. Alfred Knierim, Ulla Ewelt und Werner Hanning.

Foto: Robert Wilken

(Billbecker Anzeiger 09.05.2020)


Interview mit Günter Idelmann, Vorsitzender der Bürgerstiftung Billerbeck

„Freuen uns über Förderanträge mit guten Ideen“ 

Billerbeck. Die Bürgerstiftung Billerbeck wird in diesem Monat zehn Jahre alt. Aus diesem Anlass gab  Günter Idelmann, Vorsitzender des Vorstands der Bürgerstiftung, unserem Redaktionsmitarbeiter Uwe Goerlich das folgende Interview.  Idelmann ermuntert dazu, Geld für förderwürdige Projekte zu beantragen und erklärt, was hinter der Idee der Bürgerstiftung  steckt.

Die ursprünglich geplante Geburtstagsfeier muss wegen der Corona-Krise verschoben werden, der anlässlich des runden Geburtstags geplante Ideen-Wettbewerb soll nun dennoch laufen. Was steckt dahinter?

Idelmann: Die Bürgerstiftung will anlässlich des Zehnjährigen einen Impuls geben, Projekte zum Wohl der Gemeinschaft zu starten. Die zehn besten Ideen werden wir mit jeweils 1000 Euro fördern.

Zehn mal 1000 Euro – da liegt die Vermutung nah, dass angesichts des runden Geburtstags die Zahl 10 eine entscheidende Rolle gespielt hat…

Idelmann: Klar, denn unsere Bürgerstiftung feiert ja ihr 10-jähriges Bestehen und aus diesem Grund möchten wir zusätzlich zum „normalen Fördergeschäft“ die Möglichkeit der Mitmach-Stiftung mehr in die Öffentlichkeit tragen.

Sagen Sie doch bitte etwas zur Förderung durch die Stiftung!

Idelmann: Die Bürgerstiftung Billerbeck führt eigene Projekte, Programme und Veranstaltungen durch und fördert solche von Dritten, die sich den Satzungszwecken der Stiftung zuordnen lassen. Mit ersten Zinserträgen und zusätzlich eingeworbenen Spenden konnten wir bereits kurz nach unserer Gründung im Mai 2010 die Unterstützung von Förderprojekten starten. Inzwischen hat sich viel getan und wir haben an die 100 verschiedene Projekte – unter anderem gemeinsam mit anderen gemeinnützigen Organisationen, Stiftungen und Sponsoren – realisiert.

Was muss man denn tun, um die Voraussetzungen zu erfüllen?

Idelmann: Wir freuen uns über jeden Förderantrag hinter dem eine gute Idee steckt, unabhängig von der beantragten Fördersumme. Jeder Antrag wird vom Vorstand gewissenhaft geprüft.

Da können Sie sich vor Anträgen doch vermutlich gar nicht retten…

Idelmann: Leider ist dem nicht so. Denn viele gute Ideen werden nach unserer Erfahrung viel zu häufig gar nicht an die Bürgerstiftung herangetragen, sei es aus Unkenntnis oder weil man zu viel Bürokratie befürchtet. Mit diesem Ideenwettbewerb wollen wir dazu anstiften, jede gute Idee möglichst auch in die Tat umzusetzen. Wir helfen, wann immer wir es können, mit Mitteln zum Beispiel aus dem Verkauf der Adventskalender, dem Erlös aus dem Wintermahl, dem Bürgerbrunch und aus Spendeneinnahmen.

Wer kann sich denn bewerben, um für sein Projekt 1000 Euro von Ihnen zu bekommen?

Idelmann:  Alle, die eine gute Idee zum sozialen oder kulturellen Miteinander in Billerbeck haben und sie als Eigeninitiative oder zusammen mit anderen Menschen umsetzen! Das können Freunde, Vereine, Nachbarschaften, Familien und Einzelpersonen sein. Alle guten Ideen, nicht nur solche, die Bezug auf die aktuelle Corona-Situation nehmen, sind willkommen!

Welche Voraussetzungen sind zu erfüllen?

Idelmann: Die Bürgerstiftung unterstützt Ideen und Projekte im Bereich Billerbeck. Dabei ist zu beachten, dass die Idee den Stiftungszielen entsprechen muss. Diese Ziele sind in der Satzung der Bürgerstiftung niedergelegt und breit gestreut. Folgende Bereiche können wir fördern: Bildung und Erziehung, Jugend- und Altenhilfe, Kultur, Kunst und Denkmalpflege, Umwelt- und Naturschutz und Landschaftspflege sowie auch die Unterstützung hilfsbedürftiger Familien und Personen. Antragsformulare können am einfachsten von unserer Website heruntergeladen werden, sind aber auch auf Anfrage zu bekommen.

Was muss man außer dem Antragsformular noch einreichen?

Idelmann: Einige wenige Sätze, die das Projekt beschreiben. Dazu wenn möglich eine Kostenaufstellung oder Kostenvoranschläge. Außerdem eine Beschreibung der Eigenleistung und/oder der Eigenmittel, die, falls erforderlich, für das Projekt erbracht werden. Fertig!

Wann können Bewerber den Antrag einreichen?

Idelmann:  Ab sofort und bis zum 13. Juni 2020. Anträge können gern an die unten aufgeführte Email-  oder  Postadresse zugestellt werden, aber auch einfach einem der Vorstandsmitglieder  übergeben werden, die auf unserer Website zu sehen sind. Natürlich kann man darüber hinaus auch unabhängig von dem befristeten Ideenwettbewerb weiterhin Förderanträge stellen.

Wann erfahre ich, ob ich die 1000 Euro für meine Projektidee bekomme?

Idelmann: Der Vorstand der Bürgerstiftung entscheidet über die Projekte, ist also die Jury und auch Ansprechpartner. Rückfragen können gern persönlich, oder über die Email-Adresse gestellt werden Alle Gewinner werden ab 20. Juni schriftlich benachrichtigt. Alle Teilnehmer werden übrigens zu unserer Feier anlässlich des 10-jährigen Bestehen eingeladen, deren Termin wegen der Corona-Beschränkungen derzeit noch nicht festgelegt werden kann.

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